Betritt man eine beliebige hochwertige Etikettenfabrik, Verpackungsanlage oder kommerzielle Druckerei von New York bis Singapur, findet man überall Maschinen mit HP Indigo. Der Grund ist einfach: Keine andere digitale Druckplattform hat es bisher geschafft, Tiefdruckqualität zu kostengünstigen Kleinauflagen zu liefern. Das Herzstück jedes Drucks ist die elektronische Tinte – eine flüssige Suspension von Pigmentpartikeln, die sich anders verhält als alle Toner oder Tintenstrahlflüssigkeiten auf dem Markt.
Was unterscheidet HP Indigo Electroink von anderen Tintenstrahldruckern?
Anders als herkömmliche Toner-basierte Systeme sind die elektronischen Tinten von HP Indigo (auch ElectroInk oder LEP-Tinte genannt) flüssige, ölbasierte Formulierungen. Geladene Pigmentpartikel werden durch elektrostatische Abbildung auf die Fotoabbildungsplatte (PIP) gezogen und anschließend auf eine beheizte Walze übertragen, bevor sie schließlich auf das Substrat gelangen. Das Ergebnis: eine gleichmäßige, dünne Tintenschicht von ca. 1 Mikrometer – dünner als jeder Offset-Farbfilm – ohne Punktzuwachs und mit makelloser Farbkonsistenz.
HP Indigo Technologie – Wichtigste Leistungskennzahlen
Das Maschinenökosystem: Von kommerziellen zu flexiblen Verpackungen
Das Produktsortiment von HP Indigo deckt praktisch alle Segmente der Druckindustrie ab. Es lässt sich in zwei grundlegende Architekturen unterteilen: Bogenoffsetdruckmaschinen (Cut-Sheet-Druckmaschinen) für den Akzidenzdruck und Rollenoffsetdruckmaschinen (Roll-to-Roll-Druckmaschinen) für Etiketten, flexible Verpackungen und Faltschachteln.
Im kommerziellen Bereich treiben die HP Indigo 7K-Serie und die neueren Modelle 15K/18K Hunderte von Druckmaschinen weltweit an und ermöglichen den Druck bis zu Formaten von A3+ mit sechs oder mehr Farbstationen. Für Verpackungen bietet die HP Indigo 200K – das neueste Flaggschiff für flexible Verpackungen – eine beeindruckende Geschwindigkeit von 56 Metern pro Minute, 30 % schneller als ihr Vorgänger und eine um 45 % höhere Produktivität als die HP Indigo 25K. Marken erhalten digital bedruckte flexible Verpackungen jetzt innerhalb von Tagen statt Wochen – und das ohne Mindestbestellmenge.
„Der Markt für flexible Verpackungen wächst, und die Kunden von HP Indigo wachsen schneller als der Markt selbst – die 200K eröffnet Verarbeitern, die bereit sind, Industrie 4.0 zu nutzen, neue Möglichkeiten.“
— Noam Zilbershtain, Vizepräsident und Geschäftsführer, HP Indigo & ScitexDie entscheidende Rolle der Grundierung
Eine der am häufigsten übersehenen, aber dennoch entscheidenden Komponenten beim HP Indigo-Druck ist die Grundierung (auch Vorbeschichtung oder Grundierung genannt). Bevor elektronische Tinte auf anspruchsvollen Substraten – PET-Folien, BOPP-Etiketten, Aluminiumfolie oder unbeschichtetem Papier – haften kann, muss die Substratoberfläche chemisch modifiziert werden, um die LEP-Tinte aufnehmen zu können.
Eine präzise aufgetragene Grundierungsschicht verwandelt eine hydrophobe Kunststoffoberfläche in eine, die die Haftung von Tinte optimiert, Ablösen verhindert und ein einwandfreies Funktionieren des elektrostatischen Übertragungsmechanismus ermöglicht. Die Grundierung kontrolliert zudem den Tintenverlauf, schärft die Punktkanten und erweitert den Farbraum deutlich – der Unterschied zwischen einem grundierten und einem ungrundierten Substrat kann über den Erfolg oder Misserfolg eines Drucks entscheiden.
| Substrattyp | Typisches Mantelgewicht (g/m²) | Schichtdicke (μm) | Hauptvorteil |
|---|---|---|---|
| Ungestrichenes Papier | 0,8 – 1,5 | 1 – 3 | Tintenretention, Farbton |
| Synthetische Folie (PET/PP) | 1,2 – 2,0 | 2 – 4 | Adhäsion auf hydrophoben Oberflächen |
| Metallisierte / Aluminiumfolie | 1,5 – 2,5 | 3 – 5 | Barriere-, Antireaktionsschicht |
| BOPP-Etikettenmaterial | 1,0 – 1,8 | 2 – 3,5 | Haftung + Stanzkompatibilität |
Warum Druckerbetreiber sich für INDIGO Electroink Primer entscheiden
Während HP-Markenprimer lange Zeit die Standardwahl waren, entwickelt sich der Markt weiter. INDIGO Electroink hat eine eigene, patentgeschützte Primerformulierung entwickelt, die speziell für HP Indigo-Druckmaschinen konzipiert wurde und mehrere messbare Vorteile bietet:
- Kostengünstige Preise — Typischerweise 15–30 % günstiger als vergleichbare Importprodukte, ohne Kompromisse bei der Leistung auf HP Indigo-Druckmaschinen.
- Kürzere Lieferzeiten — Die Produktion im Inland bedeutet deutlich kürzere Lieferzeiten im Vergleich zum Bezug von ausländischen Lieferanten.
- Dedizierter technischer Support — Kundendienst in Echtzeit und interne Tests auf unseren eigenen Beschichtungsmaschinen mit vom Kunden bereitgestellten Substraten, bevor Sie eine vollständige Bestellung aufgeben.
- Eigene Forschung und Entwicklung mit Patenten — Unsere Rezepturen werden unabhängig entwickelt und geschützt, es handelt sich nicht um umgelabelte OEM-Chemie.
- Substratspezifische Anpassung — Wir führen und formulieren mehrere Varianten (Grundierung für Filme, Grundierung für Papier, Grundierung für Folien), kundenspezifische Anpassungen sind auf Anfrage möglich.
HP × Canva: Ein Signal dafür, wohin sich die Branche entwickelt
In einer kürzlich angekündigten, wegweisenden mehrjährigen Partnerschaft haben HP und Canva ihre Kräfte gebündelt, um die 185 Millionen monatlichen Nutzer von Canva direkt mit einem globalen Netzwerk von HP Indigo-Druckdienstleistern zu verbinden. Canva, dessen Druckservice seit dem Start im Jahr 2017 ein exponentielles Wachstum mit jährlich Millionen von Bestellungen verzeichnet, strebt an, bis 2026 in 150 Ländern lokalisierte Druckdienstleistungen anzubieten.
Das Rückgrat der Infrastruktur? HPs PrintOS Site Flow Automatisierungssoftware, die für Druckdienstleister die Auftragsplanung, das Farbmanagement, die Barcode-Verfolgung und die Versandprozesse automatisiert. Für HP Indigo-Anwender bedeutet diese Integration einen grundlegenden Wandel: Die Zukunft der Branche liegt im automatisierten, cloudbasierten On-Demand-Druck – und diese Zukunft ist bereits Realität.
Für Druckereien, die sich in diesem neuen Umfeld einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollen, ist die Qualität der Verbrauchsmaterialien – Tinten, Grundierungen, Belichtungsöl, Recyclingmittel – kein nebensächliches Detail. Sie ist die Grundlage für die Qualität, Konsistenz und Rentabilität jedes einzelnen Druckerzeugnisses.


